Biographie
Peter Drucker als Journalist

 
 
In diese Zeit fallen auch die ersten publizistischen Versuche von Peter Drucker. Darüber hinaus begann er, eigentlich mehr als Geste gegenüber dem Vater als aus eigenem Interesse, mit einem Studium der Rechtswissenschaften, das er fortsetzte, als er im Jahr darauf nach Frankfurt zog. In Frankfurt fand er eine Anstellung beim "Frankfurter General-Anzeiger", einem regionalen Konkurrenzblatt zur renommierten "Frankfurter Zeitung".

Der "Frankfurter General-Anzeiger", laut damaliger Selbstdefinition "weitaus meistgelesene Tageszeitung und meistbenutztes Insertionsorgan in Frankfurt-M. und dem rheinmainischen Wirtschaftsgebiet" hatte eine Auflage von einer halben Million und einen Redaktionsstab von nur 14 Leuten. Die Generation vor ihm war in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs geblieben und so stieg Peter Drucker schon nach kurzer Zeit zu einem der drei Hauptredakteure auf. Er war hauptverantwortlich für die Ressorts Außenpolitik und Wirtschaft, in der Praxis waren aber alle Redakteure unter dem Chefredakteur Erich Dombrowski für alle Ressorts zuständig.

Drucker mußte, wenn Not am Mann war, auch die Musik- und die Frauenseite betreuen. Oder er besuchte für seine Zeitung die Großveranstaltungen der politischen Parteien und ging zu Presseterminen, "wenn ein Brüning, ein Hitler oder ein Otto Braun, der sozialdemokratische Ministerpräsident Preußens, nach Frankfurt kam".

Peter Drucker hat so als Journalist die Krisen und den Niedergang der Weimarer Republik aus nächster Nähe miterlebt. Über die Absichten und die Gefährlichkeit der Nationalsozialisten hatte er sich von Anfang an keine Illusionen gemacht - im Gegensatz zu vielen anderen nahm er Hitler ernst und beim Wort.

>> Peter Drucker als Nazi-Gegner

 
 



Mit einem Artikel über den New Yorker Börsenkrach begann am 25. Oktober 1929 Druckers Tätigkeit beim "Frankfurter General-Anzeiger"