Biographie
Drucker als Unternehmensberater

 
 
Nach wie vor ist Drucker auch als Unternehmensberater tätig, wenngleich er kaum neue Klienten mehr annimmt. Er reist dazu auch nicht mehr, sondern geht in ein nahegelegenes Fernsehstudio und läßt sich per Satellit und Video zu den Beratungsterminen zuschalten. Oft kommen seine Klienten aber auch zu ihm ins Haus, wo er sie dann im Wintergarten empfängt.

Den Beratungsgesprächen bei Peter Drucker eilt in Wirtschaftskreisen ein fast schon legendärer Ruf voraus. Durch seine detailierte Kenntnis der Geschichte kann Drucker Unternehmensstrukturen und Geschäftsstrategien in großen wirtschaftsgeschichtlichen Zusammenhängen analysieren. Wie in seinen Vorlesungen und Büchern beschränkt sich Drucker dabei nicht auf rein wirtschaftliche Zusammenhänge, sondern zitiert schon einmal Henry James oder Jane Austen, die er beide besonders schätzt. Oder er illustriert Überlegungen anhand von aktuellen Erlebnissen oder Anekdoten aus dem Alten Wien.

Drucker versteht es auch, mit humorvollen Anmerkungen eine entspannte Atmosphäre zu schaffen - er lacht gerne und im persönlichen Gespräch sieht man ihn sehr oft mit einem fast schalkhaften Lächeln im Gesicht. Zu seinem Sinn für Humor kommt auch ein guter Blick für das Skurrile. Zur Zeit weist Drucker seine Gäste gerne auf ein nahegelegenes italienisches Restaurant hin, das jüngst seine Pforten geöffnet hat - "Bucca di Beppo", das als besondere Attraktion vier lebensgroße Papstfiguren in jeder Ecke des Eßraumes aufweist: "Der ärgste Kitsch you've ever seen."

Journalisten werden von Drucker ebenfalls im Wintergarten seines Hauses empfangen. Auch die leitenden Redakteure der Zeitschrift "Wired" sind Drucker hier im Wintergarten gegenüber gesessen. Gleich drei große Interviews mit Drucker hat dieses Zentralorgan der Internet-Intellektuellen in den letzten Jahren publiziert. Das Interesse der "Wired"-Redakteure an Druckers Analysen von Wirtschaft und Gesellschaft überrascht nicht - Marshall McLuhan hatte bereits Anfang der 70er Jahre bemerkt, "dass ein enzyklopädischer und internationaler Hintergrund unverzichtbar ist, wenn man es mit dem Leben im elektronischen Zeitalter zu tun hat. Drucker ist mehr als jeder andere ein Beispiel für die neu erwachte Relevanz antiker Traditionen für die Gegenwart."

>> Drucker als Kritiker des Kapitalismus

 
 



Promotion-Postkarte des japanischen Fernsehsenders NHK für eine große Doku über Drucker im Juli 2000